Farben in Gottesdienst und Kirchenjahr
   
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Feste und Zeiten des Kirchenjahres durch Farben hervorzuheben, ist seit dem Mittelalter üblich. Besonders bei den Paramenten, das sind beispielsweise die Bekleidung des Altars (Antependium, Frontale) und der Kanzel, wird dies sichtbar:

Weiß als die Farbe des Lichtglanzes, der Freude und Reinheit: Christusfeste einschließlich Michaelistag (29.9.) und der Gedenktage Johannes des Täufers, Ostern bis Samstag vor Pfingsten sowie das auf Pfingsten folgende Fest der Dreieinigkeit (Trinitatis).

Rot als Farbe der Liebe des Heiligen Geistes, des Feuers und des Blutes begleitet alle Feste der Kirche: Pfingsten, Tage der Apostel und Märtyrer, Reformation, Kirchweihe, Konfirmation, Mission, Ökumene.

Violett für Besinnung und Umkehr: Advents- und Fastenzeit, Bitt- sowie Buß- und Bettage.

Schwarz bzw. keine Farbe: Karfreitag, Totengedenktage und Trauergottesdienste.

Grün mag für Saat, Hoffnung und Leben stehen und findet sich in den übrigen Zeiten, insbesondere nach dem Tag der Erscheinung des Herrn (Epiphanias, 6. Januar) und nach dem Fest der Dreieinigkeit (Trinitatis, Sonntag nach Pfingsten).

Dort, wo evangelische Pfarrer und Pfarrerinnen nicht mehr nur den – im 19. Jahrhundert zuerst in Preußen den Pastoren, ebenso den Rabbinern und Richtern verordneten – schwarzen Talar tragen, finden sich liturgische Farben auch bei den Gewändern und/oder an dem über die Schultern gelegten Stoffstreifen (Stola).

Stefan M. Schult de Morais, in "Zwölf Apostel" Nr. 1