Sonntag, 25. August 2019, 15:00 Uhr

Frida Schottmüller  * 21. 8. 1872  †12. 6. 1936
Nach dem Besuch der Höheren Töchterschule von Fräulein E. Beckmann besuchte sie ab 1893 die Zeichenschule des Vereins der Berliner Künstlerinnen und die Königliche Kunstschule zu Berlin. Nach dem Examen arbeitete sie zunächst als Lehrerin und studierte als Gasthörerin an der Berliner Universität Kunstgeschichte. Da es für Frauen bis 1908 nicht möglich war, an einer preußischen Hochschule einen Abschluss zu erlangen, ging sie an die Universität Zürich und wurde dort 1904 mit einer Arbeit zu Donatello promoviert. Anschließend erhielt sie eine Anstellung als Volontärin am von Wilhelm von Bode geleiteten Kaiser Friedrich-Museum in Berlin. Sie arbeitete in verschiedenen Abteilungen, wurde 1919 zur Professorin ernannt und entwickelte ab 1920 die damals vollkommen neuartige museumspädagogische Betreuung der Besucher. Das Grab von Frida Schottmüller auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof existiert nicht mehr.

Oda Schottmüller  *9. 2. 1905 †5. 8. 1943
Ein Grab hat Odas Schottmüller nie bekommen.
Nach dem frühen Tod ihres Vaters wurde Frida Schottmüller Vormund für ihre 14-jährige Nichte Oda. Sie studierte nach einer kunsthandwerklichen Ausbildung Bildhauerei und mit großer Leiden-schaft auch modernen Tanz. Ihre Berufe führte sie im Maskentanz zusammen und entwickelte mit ihren phantastischen und gesellschaftskritischen Choreographien eine eigene Tanzästhetik.  Ende der 1930er-Jahre kam sie in Kontakt mit dem Freundes- und Widerstandskreis um Harro Schulze-Boysen. In diesen Kreisen wurden künstlerische und politische Fragen diskutiert und Aktionen gegen die Nazi-Diktatur vorbereitet. Im Sommer 1942 wurden sie, Schulze-Boysen und etwa 120 weitere Personen aus seinem Umfeld festgenommen. Die Gestapo ordnete die Freunde dem Fahndungskomplex „Rote Kapelle“ zu und unterstellte, die Gruppe sei eine von Moskau gesteuerte Spionage-Organisation. Das Reichskriegsgericht verurteilte Oda Schottmüller ohne jeden Beweis ihrer Schuld zum Tod. Sie wurde am 5. August 1943 in Berlin-Plötzensee ermordet.

Eintritt frei

Ort
Alter St.-Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstraße 12, 10829 Berlin, Deutschland
Preis
Eintritt frei