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MONATSSPRUCH
Juni
Gott spricht: Suchet mich, so werdet ihr leben.
(Am 5,4)
Juli<
So bekehre dich nun zu deinem Gott, halte fest an Barmherzigkeit
und Recht und hoffe stets auf deinen Gott!
(Hos 12,7)
August<
Jesus Christus spricht: Ihr urteilt, wie Menschen urteilen,
ich urteile über keinen.
(Joh 8,15)
JAHRESLOSUNG
2010
Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich
(Johannes 14,1)
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AUF EIN WORT
Zum Buß- und Bettag Vor Zeiten war der Buß- und Bettag ein richtiger Feiertag. Der Jahreszeit angemessen, zwischen Volkstrauertag und Totensonntag, war das ganze öffentliche Leben gedämpft. Radio und Fernsehen hatten sich mit einem "seriösen" Programm darauf eingestellt. Mit der Zeit ist er freilich ein "normaler" Feiertag geworden, der statt zur Besinnung eher zu einem verlängerten Urlaubswochenende einlädt. Zudem ist es immer auch ein "evangelischer" Feiertag gewesen, der unselige Erinnerungen an Thron und Altar hervorrufen konnte. In der DDR hatte der Buß- und Bettag, als Abschluss der Friedensdekade für die Gemeinden immer einen hohen Stellenwert: Ein Tag, an dem die Gemeinde Jesu Christi um der Verfehlungen der Gemeinschaft willen Gottes Barmherzigkeit erbat. Das war und ist auch der tiefere Sinn dieses Tages, die Gewissensprüfung des einzelnen vor Gott und die Wahrnehmung des Wächteramtes der Kirche, indem sie fürbittend vor Gott für die Schuld unseres Volkes eintritt.
Heute ist im öffentlichen Bewusstsein Buße fast nur noch als Karikatur präsent und Beten eine Privatangelegenheit. Insofern ist der Bußtag auch ohne große Widerstände als staatlicher Feiertag abgeschafft worden (zur Erinnerung: um die Pflegeversicherung zu
finanzieren, freilich ohne
Erfolg). Bedauerlich ist, dass damit auch der Sinn dieses Feiertags zu verschwinden droht, der an sich ja vernünftig ist: sich über das "öffentliche Wohl", über die politische
und gesellschaftliche Situation jeweils vor Ort und für die
Gesamtheit Gedanken zu machen, darüber zur Besinnung zu kommen. Dazu laden wir auch weiterhin am Bußtag zum Gottesdienst ein.
Wie sieht Wirklichkeit bei uns vor Ort aus? In einem
Möbelgeschäft hängt ein Türvorhang mit einem Jesusbild, im selben Schaufenster sitzt, wenige Schritte entfernt, eine Buddhastatue. Man mag schockiert sein über die Beliebigkeit der religiösen Bilder, aber die Vielfalt spiegelt die Realität vor Ort, wo unter uns nicht wenige Buddhisten leben. Unübersehbar ist die Präsenz der Muslime. Zu unserem Volk gehören heute viele Menschen anderer Religionen. Die Sorge um das Gemeinwohl, um den Frieden nach innen wie nach außen, verbindet alle Religionen miteinander. Warum nicht daran anknüpfen und einen gemeinsamen Tag für ein solches, die Religionsgemeinschaften verbindendes Gedenken anstreben?
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Auf diese Weise würde der veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit Rechnung getragen und ein gemeinsames Zeichen gegen die Gottvergessenheit in unserer Gesellschaft gesetzt.
Pfarrer Dr. Andreas Fuhr |
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