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Mezquita in Córdoba, seit 1236 christliche Kathedrale. |
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DIALOG CHRISTENTUM/ISLAM
Das Gespräch zwischen
Christen und Muslimen "Multi-Kulti ist gescheitert", so hört und liest man allenthalben. Es bleibt unklar, was genau damit gemeint ist. Solche Urteile spitzen sich besonders zu auf Menschen muslimischen Glaubens, weil dieser mit "unserer Kultur" von nicht wenigen für unvereinbar gehalten wird.
Auch bei Menschen, die die Dinge nicht so radikal sehen, wachsen Sorgen vor dem "Islamismus", nicht zuletzt durch die Ereignisse in den Niederlanden, England und Frankreich. So ist eine Weltreligion in Verruf geraten. Ein Hauptproblem ist, dass viel übereinander und wenig miteinander gesprochen wird.
Das gilt auch für die Gläubigen der beiden größten Religionsgemeinschaften in unserem Land. Das christlich-islamische Verhältnis ist auf beiden Seiten durch eine verhängnisvolle Tradition belastet. Der Dialog sei "blauäugig" (so auch innerkirchliche Stimmen). Vor dem Dialog wird eine klare Distanzierung von "fundamentalistischen" Positionen vom muslimischen Gesprächspartner sowie ein Bekenntnis zu den Grundwerten unserer Verfassung verlangt. Die meisten Moschee-Gemeinschaften kommen dieser Aufforderung nach, wenn auch zunehmend irritiert, weil sie sich zu Unrecht durch muslimische Fanatiker in Kollektivhaftung genommen sehen. Politisch sind solche Distanzierungen notwendig, so wie aktuell von den iranischen Drohungen gegen Israel.
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Europäisches Erbe: Die Alhambra in Granada ist ein hervorragendes Beispiel des maurischen Stils der islamischen Kunst. |
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Brückenbauer
Als Kirchengemeinde verfolgen wir aber ein anderes Ziel, nämlich den Glauben unserer Nachbarn kennen zu lernen. Ohne Frage gibt es bei Gläubigen Zerrbilder über den jeweils anderen, zum Teil mit langer Tradition. Diese sind eine Quelle von Missverständnissen und Fehlurteilen. In einer gesellschaftlichen Situation, in der das Zusammenleben der verschiedenen Kulturen schon seit Generationen existiert, ohne dass die Rahmenbedingungen wirklich geklärt wären, kommt auf Gläubige beider Seiten eine besondere Verantwortung zu. Die Religion darf nicht länger Trennendes, sondern sie soll Verbindendes sein. Um Brücken bauen zu können, ist es wichtig, die eigene Position zu kennen und immer wieder zu überdenken.
Seit sechs Jahren existiert ein Arbeitskreis in unserer Gemeinde, der sich mit dem Verhältnis des christlichen Glaubens mit anderen Religionen beschäftigt. Nach einer Einführung und dem Besuch religiöser Einrichtungen von Buddhisten, Hindus und Muslimen, hatten wir sehr schnell erkannt, dass durch den Blick auf andere Religionen immer auch Traditionen des eigenen Glaubens gefragt sind, oftmals Dinge, die im Lauf der Zeit in der evangelischen Tradition in den Hintergrund getreten sind. Wir haben uns deshalb verstärkt mit den Auseinandersetzungen der frühen Christenheit und dem Bereich der Mystik beschäftigt. So standen in den letzten Jahren mehr und mehr jüdische und christliche Themen im Vordergrund.
Einladung
Mir liegt das Gespräch mit dem Islam auch persönlich am Herzen, da ich mit einer Muslima verheiratet bin. Ich bekomme dadurch natürlich Einblicke, die mir vieles verständlich machen, was sonst unerklärt bleibt. Ich habe seitdem viele Muslime kennen und schätzen gelernt. Jedes Gespräch vertieft auch den eigenen Glauben. Ich lade Sie ein, sich darauf einzulassen. Neugier und Sympathie sind die besten Voraussetzungen, um den
anderen kennen zu lernen und über Sorgen und Befürchtungen sprechen zu können. Nur in einer vertrauensvollen Atmosphäre kann auch offen über Strittiges gesprochen werden. Es geht dabei um mehr als Toleranz, es geht um Verstehen.
Perspektiven
Eine Verständigung ist notwendig, wenn das Zusammenleben nicht auch in unserem Gebiet abgleiten soll. Die Situation in Kitas und Schulen zeigt am dringlichsten den Handlungsbedarf, aber auch, wie weit Verständigung schon praktiziert wird. Mit der Emir-Sultan-Moschee in der Hauptstraße haben wir einen Gesprächspartner, der offen ist für Gespräch und die Zusammenarbeit zur Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses. Die Evangelische Zwölf-Apostel-Kirchengemeinde war am 28. Oktober zur Feier des Fastenbrechens dort eingeladen. Wir laden die Moschee zu einer Feier am 4. Advent ein. Eine Reihe von Diskussionsveranstaltungen und gemeinsamen Festen soll sich anschließen.
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Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!
Andreas Fuhr in "Zwölf Apostel" Nr. 15 |
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