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Rundgang über unsere historischen Kirchhöfe
Jacob und Wilhelm Grimm
Alter Sankt-Matthäus-Kirchhof, Sektion F-s-1/4
Wilhelm Grimm (geb. 24.2.1786 in Hanau, gest. 16.12.1859 in Berlin) und Jacob Grimm (geb. 4.1.1785 in Hanau, gest. 20.9.1863 in Berlin) stammen aus einer reformierten, althessischen Beamten- und Pastorenfamilie, sie studierten seit 1802 in Marburg die Rechte. Ihr nur wenig älterer Lehrer und Freund F. K. von Savigny weckte das wissenschaftliche Denken der Brüder und brachte sie auf den einheitlichen Ursprung aller Kultur aus dem Leben des Volkes. Durch ihn lernten sie Achim von Arnim und Clemens von Brentano kennen und gewannen sie als Freunde, die ihnen Zugang zur Welt der Romantik eröffneten. Jacob Grimm trat 1806 in den hessischen Staatsdienst und wurde 1808 Privatbibliothekar des Königs.
In dieser Zeit forschten die Brüder in den Quellen der "Vaterländischen Vergangenheit" und arbeiteten an der "Zeitschrift für Einsiedler" mit, die Arnim herausgab. 1812 veröffentlichten die Brüder Grimm den ersten Band der Kinder- und Hausmärchen als Gegenstück zu "Des Knaben Wunderhorn" ihrer Freunde Arnim und Brentano. 1816 folgten die "Deutschen Sagen".
Jacob Grimm nahm als Legationssekretär vorübergehend am Wiener
Kongress teil und weilte zweimal in Paris, um geraubte Handschriften
zu ermitteln und zur ückzufordern.
Ab 1816 arbeiteten die Brüder als Sekretär und Bibliothekar in
Kassel. Während Wilhelm mehr im germanistischen Fachbereich blieb (1821
erschien sein Buch über "Die Runen" und 1829/30 sein Hauptwerk "Die
Deutschen Heldensagen"), beschäftigte sich Jacob mit dem Wissen
vom Deutschtum (vier Bände "Deutsche Grammatik" 1819/37)
und legte damit den Grund für die künftige Sprachwissenschaft.
1830 folgten die Brüder einer Berufung als Professoren und Bibliothekare
an die Göttinger Universität, wo es 1837 zum Eklat kam: Als der
König von Hannover einseitig das Staatsgrundgesetz aufhob, auf das
auch die Professoren ihren Eid geleistet hatten, protestierten
sieben Professoren dagegen – eine Frage des Gewissens für Jacob
Grimm – und
wurden aus ihren Lehrämtern entlassen. Die Protestschriften der Brüder
Grimm und Dahlmanns ri man sich aus den H
ss änden, ein Verein wurde gegründet, der den
Entamteten ihr Gehalt weiterzahlte. Die Erregung war groß, sogar
bei den süddeutschen Staaten, die beim Bund die Rücknahme des
Verfassungsbruchs forderten.
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Die Gräber auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof |
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Dem Drängen Bettina von Arnims folgend, berief König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die Brüder Grimm als Mitglieder der Akademie nach Berlin, wo sie auch das Recht hatten, Vorlesungen zu halten. Inzwischen arbeiteten sie am "Deutschen Wörterbuch", von dem Jacob drei, Wilhelm einen Band schrieb; das Werk erschien 1861. Auf Vorschlag Uhlands wurde Jacob zum Präsidenten der ersten deutschen Germanistenversammlung gewählt, 1848 gehörte er der deutschen Nationalversammlung an.
Als Lebenswerk der Brüder Grimm gilt "Die wissenschaftliche Entdeckung und Darstellung der dt. Nationalität in ihrem geschichtlichen Werden" (12 Bände).
Dieter Grunwald, in "Zwölf Apostel" Nr. 4
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